Whisky Fässer

Wie beeinflussen verschiedene Whisky Fässer den Geschmack?

Whisky ist ein edles Getränk, welches unter Kennern hoch geschätzt wird. Er wird in einer gepflegten Runde genossen und rundet gute Gespräche und ein hervorragendes Essen perfekt ab. Sicherlich haben Sie auch schon so manchen Abend mit einem edlen Scotch oder Single Malt ausklingen und sich die verschiedenen Aromen auf der Zunge zergehen lassen. Das Lebenswasser ist in hoher Qualität wirklich teuer und zählt wie ein guter Rotwein oder ein besonders edler Käse zu den Genussmitteln, die tief in Tradition und Kultur verankert sind. Dabei sind die Grundzutaten ganz simpel. Getreide, Wasser und Hefe sind die drei Bestandteile, die in Ihrem Glas als hell-gelbliche bis dunkelbraune Flüssigkeit schillern. Neben der Qualität dieser Zutaten beeinflussen aber noch weitere den Geschmack des Whiskys. Vor allem die Whisky Fässer, deren Material und Größe sowie die Lagerung zählen zu den wichtigen Faktoren bei der Bildung des typischen Aromas der verschiedenen Whisky-Sorten.

Welche Faktoren der Whisky Fässer prägen den Geschmack?

Das Entscheidende bei der Whisky-Herstellung, neben den qualitativ hochwertigen Grundzutaten natürlich, ist dessen Lagerung und Reifung. Whisky wird ausschließlich in Holzfässern gelagert und zur Reifung gebracht. Die Fassgrößen, die Holzart und das Alter des Holzes, welches für die Herstellung der Fässer verwendet wurde, die Art des Ausbrennens oder Toastens der Fässer und vor allem auch der vorherige Inhalt spielen bei der Geschmacksbildung eine entscheidende Rolle.

Die Holzarten und das Alter des Fasses

Whisky reift ausschließlich in Eichenfässern. Nur rund ein Dutzend Eichenarten eignen sich überhaupt für die Lagerung von alkoholischen Getränken. Für die Reifung von Whisky kommen nur zwei Holzarten überhaupt in Betracht. Dies sind die Amerikanische Weißeiche und die Europäische Eiche. Sie sollten optimal ein Alter von 100 Jahren haben, um dem Whisky den vollen Geschmack zu geben und nicht durch zu junges oder zu altes Holz den Geschmack zusätzlich beeinflussen. Beide Eichenarten unterscheiden sich auch in der Dichte des Holzes und sind damit unterschiedlich luftdurchlässig. Das hat zur Folge, dass unterschiedlich viel Whisky pro Jahr aus den Fässern verdunstet. In Fässern aus europäischer Eiche reifen die Whiskys schneller und erhalten oft Noten von Äpfeln, Aprikosen und Nüssen. Amerikanische Fässer geben mehr Vanille, Kokos- und Bananen-Aromen ab. Nadelhölzer eignen sich grundsätzlich nicht, da sie zu viele Harze und andere nicht erwünschte Aromen an den Whisky abgeben.

First Fill und Refill

Fast alle Whiskysorten reifen zudem in schon gebrauchten Fässern aus der Wein-, Rum- oder Bourbon-Herstellung, da neues Holz zuviel Holzgeschmack abgibt. Bourbon reift in frischen Fässern schon nach zwei bis drei Jahren heran. Je älter das Fass ist, desto ausgelaugter ist es auch und daher reifen zum Beispiel schottische Malts in gebrauchten Fässern oftmals wesentlich länger als die vorgeschriebenen drei Jahre. In der längeren Reifezeit wird aber auch der scharfe Alkoholgeschmack mehr abgebaut. Bis zu 30 Jahre wird ein Fass immer wiederverwendet und lässt auch nach dem Second- oder Third-Fill noch wunderbaren Whisky reifen. Sie selbst als Kunde können den Nutzungsgrad der Fässer, in denen Ihr Whisky gereift ist, meist auf dem Etikett ablesen. First Fill, also typisch für amerikanische Whiskeys, und Refill, typisch für schottische und irische Whiskys, sind dabei die gebräuchlichsten.

Die Whisky Fass Größe

Auch die Whisky Fass Größe wirkt sich auf den Geschmack des ausgereiften Whiskys aus. Man kann grob sagen, dass je kleiner das Fass ist, desto größer ist die Fass-Oberfläche, mit der der Whisky in Berührung kommt. Es können also mehr Aromen des Holzfasses an die Flüssigkeit abgegeben werden. In einem kleineren Fass kann ein Whisky viel schneller eine rauchige und scharf holzige Note entwickeln. Destillerien entscheiden also schon bei der Wahl der Whisky Fass Größe über Aromen und Länge der möglichen Lagerzeit zur Reifung bis zur Abfüllung. Wenn Sie schon einmal die eine oder andere Destillerie besichtigt haben, dann haben Sie sicherlich sehr viele verschiedene Größen von Whisky-Fässern gesehen. Dies liegt daran, dass der Whisky, außer der amerikanische Bourbon, in gebrauchten Fässern reift. Wie der vorherige Inhalt eines Whisky-Fasses den Geschmack beeinflusst, erläutern wir im nächsten Abschnitt. Zurück zu den Größen: Man kann mittlerweile von drei Standardgrößen der Whisky Fässer in der kommerziellen Herstellung ausgehen:

  • Das Butt wird meist aus europäischer Eiche fabriziert und fasst 500 Liter. Damit ist es das größte der am häufigsten verwendeten Whisky Fässer. Es wird in Sherry Buttund Port Butt Die Port-Butts sind etwas gedrungener im Vergleich mit den langen dünnen Sherry-Fässern.
  • Hogshead Fässer sind aus französischer oder amerikanischer Eiche gefertigt und haben ein Fassungsvermögen von 225 bis 250 Litern. Die Angaben sind immer Annäherungswerte, weil die alten Maße auf Gallonen beruhten und natürlichen Schwankungen in der Historie unterliegen. Hogsheads werden oft aus alten Bourbonfässern hergestellt, aber auch Sherry Butts dienen zur Produktion der Hogshead Fässer. In Ihnen reifen dann vor allem schottische und irische Whiskys.
  • Das American Standard Barrel fasst circa 200 Liter und wird sehr häufig in der Whisky-Herstellung verwendet. Das liegt daran, dass in den Vereinigten Staaten jedes Fass nur einmal für die Whiskyproduktion verwendet werden darf. Die gebrauchten Fässer aus der Bourbon-Herstellung werden dann an andere Whisky-Produzenten weiterverkauft.

Weitere Fassgrößen bei der Whisky-Herstellung

Es gibt noch weitere Whisky-Fass Größen, die entweder größer als das Butt sind oder kleiner als das American Standard Barrel. Die kleinen Exemplare werden häufig in kleinen Destillen eingesetzt, in denen man auch als Privatperson seinen Whisky ansetzen kann. Die größeren werden häufig für das Finish verwendet, aber einige Destillerien experimentieren auch mit langer Reifezeit in sehr großen Fässern. Das Höchstmaß eines Whisky-Fasses liegt bei 700 Litern Fassungsvermögen.

Der Inhalt des Fasses vor dem Whisky

Fässer waren und sind sehr teuer. Da zudem frische Holzfässer zuviel eigene Holznoten abgeben, kauften die Whisky-Hersteller recht schnell gebrauchte Fässer auf, um dann in ihnen den Whisky reifen zu lassen. Da früher sehr viel Sherry und Portwein getrunken wurde, waren gerade die Fässer der beiden Starkweine günstig zu bekommen. Auch heute noch finden Sie viele Whisky-Sorten, die einen starken Sherry-Geschmack haben. Später, und auch heute noch, werden zudem sehr viele Bourbon-Fässer für Whisky verwendet. Das liegt daran, dass diese in den Vereinigten Staaten nur einmal für die Whiskey-Destillation verwendet werden dürfen. Dies setzte die amerikanische Holzlobby durch.

Je nachdem, was vorher in den Fässern lagerte, nimmt der in ihnen reifende Whisky verschiedene Geschmacksnuancen auf und erhält seine typische Note. Fässer, in denen vorher Bourbon wie Jim Beam oder Jack Daniel´s ruhten, geben dem Whisky zum Beispiel eine Note von Vanille und Karamell. Sherry- und Portweinfässer verleihen dem edlen Destillat mehr fruchtige und nur leicht süße Nuancen. Es wird auch Whisky in Rumfässern oder anderen Rot- und Weissweinfässern zur Reife gebracht. Ehemalige Rumfässer zum Beispiel aromatisieren den Whisky mit Mandel, Vanille oder Melasse-Noten. Glen Moray benutzt Weissweinfässer, um seinen einzigartigen Geschmack zu erzeugen. Am Geschmack eines Whiskys können Sie zumindest im Groben erkennen, in welchem Fass er gereift ist.

Das Ausbrennen der Whisky Fässer

Vor dem Befüllen werden die Whisky Fässer innen abgebrannt bzw. sogar ausgekohlt, um den Holzzucker zu karamellisieren und die Holzkohleschicht als Filter gegen scharfe Stoffe im Whisky zu benutzen um ihn weicher zu machen. Dies wird vor allem bei der amerikanischen Eiche, und somit der Herstellung der amerikanischen Whiskeys gemacht. Es gibt drei Stufen des Ausbrennens oder auch Toastens: leicht, mittel und Alligator. Alligator heißt die starke Stufe deswegen, weil das Brandmuster an die Haut eines Alligators erinnert. Je nach Grad des Ausbrennens beeinflusst die Holzkohleschicht den Geschmack des Whiskys unterschiedlich. In Europa, bei Verwendung der europäischen Eiche, werden die Fässer meist nur ausgebrannt, um die Dauben besser formen zu können und nicht, um den Geschmack noch aktiv zusätzlich zu beeinflussen.

Sie sehen also: Es gibt sehr viele Faktoren, die den Geschmack des Whiskys beeinflussen. Und schon beim Fass muss auf enorm viel geachtet werden, um wirklich einen feinen, erlesenen Whisky zu destillieren. Ob Refill oder First Fill, Bourbon- oder Sherry-Fass, stark ausgekohlt oder nur leicht abgeflämmt, ein ehemaliges Rum- oder Barolofass, amerikanische oder europäische Eiche – all dies beeinflusst, neben noch vielen weiteren Dingen, den Geschmack eines Whiskys und macht die Vielfalt der Whisky-Genießerwelt aus. Vertauen Sie auf Ihren guten Geschmack und verkosten Sie doch wieder einmal einen guten Tropfen.

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