Cabadian Whisky am Kamin

Canadian Whisky – die bekanntesten Marken und Abfüllungen

Wir haben Ihnen schon die Geschichte des Kanadischen Whiskys erzählt. Der Canadian Whisky hat einige Besonderheiten. Er schmeckt nicht ganz so würzig wie Whiskey aus Irland oder Schottland, hat aber seinen ganz eigenen Reiz. In großen Teilen wird Roggen statt Gerste bei der Herstellung des kanadischen Whiskys verwendet, als Basis-Whisky dient oft Cornwhisky. Lesen Sie die Geschichte und Besonderheiten des kanadischen Whiskys doch gern in unserem Beitrag  Kanadischer Whisky – Geschichte und Sorten nach. Heute wollen wir Ihnen einige bekannte Marken und Abfüllungen des Canadian Whisky vorstellen. Kommen Sie mit!

Canadian Whisky – Bekannte Marken

Der bekannteste Whisky aus Kanada ist sicherlich der Canadian Club.  Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass er der erste Marken-Whisky war.  Doch nicht nur er, sondern auch noch so einige weitere Marken haben eine beeindruckende Geschichte und hinter ihnen verbergen sich interessante Namen aus den Anfängen der Whisky-Produktion in Kanada. Deswegen widmen wir uns nicht nur dem Canadian Club, sondern auch dem Crown Royal aus der Seagram´s Distille, dem Black Velvet vom Rande der Rocky Mountains und dem Forty Creek aus der ehemaligen Kittling-Brennerei. Zum Abschluss widmen wir uns dann noch einer Besonderheit unter den kanadischen Whiskys, dem Glenora. Er wird in Nova Scotia produziert und ist ein echter Single Malt. Denn nicht alle Whiskys aus Kanada sind Blends.

Canadian Club

Der Canadian Club ist wohl der bekannteste Whisky aus Kanada. Er wird in 150 Ländern der Welt verkauft und konnte schon so einige Preise einheimsen. Die Heimat des Canadian Club liegt in Ontario, am Ufer des Flusses Detroit, genau an der Grenze von Kanada und den USA. Hier kaufte Hiram Walker ein Stück Land und baute eine Brennerei. Eigentlich war Walker ein erfolgreicher Getreidehändler aus Detroit. Doch warum nicht auch Whisky destillieren, Getreide war ja genug da! Walker begann seinen Whisky in den USA und Kanada zu vertreiben und nannte ihn zunächst einfach nur Hiram Walker. Somit war er der Erste, der Whisky unter einem Markennamen vertrieb.

Walker selbst und auch viele andere Mitglieder des Gentlemen’s Club befanden den sanften Whisky als so gut, dass er bald nur noch Club Whisky hieß. Dies störte allerdings die Amerikaner, die schon einen Bourbon namens Club Whisky hatten. Nach ein wenig Lobbyarbeit war Hiram Walker dazu gezwungen, seinen Whisky eindeutig als kanadischen zu kennzeichnen. Fortan hieß der Whisky also einfach Canadian Club.

Seine enorme Bekanntheit verdankt der Canadian Club nicht zuletzt der Zeit der Prohibition in Amerika. Der Detroit River war ein Paradies für Schmuggler aller Art, auch der Schmuggler von Whisky. So verwundert es nicht, dass der Canadian Club von Hiram Walker aus Ontario der wahrscheinlich am häufigsten geschmuggelte Whisky in dieser Zeit war. Heute ist die Brennerei im Besitz von Pernod Ricard, die Marke Canadian Club wird aber von Beam Suntory vertrieben. Die Brennerei kann besichtigt werden und zieht jedes Jahr wieder viele Besucher an. Unter anderem sind die Büros von Hiram Walker und seinen Söhnen im alten Stil erhalten, Natürlich werden Touren und Tastings angeboten und sogar heiraten kann man in diesem tollen Ambiente.

canadian-club-12-small-batch

Canadian Club – Geschmack und Besonderheiten

Der Canadian Club Whisky besticht durch seine besondere Weichheit und Vielseitigkeit. Im Unterschied zu anderen Blended Whiskys wird er nicht nach der Reifung, sondern davor geblendet. Mais, Roggen, Gerstenmalz und Roggenmalz werden zunächst gemaischt, fermentiert und dann destilliert. Dann kommen die unterschiedlichen Rohbrände zusammen und dürfen in ein Fass. Hier reifen sie dann gemeinsam zum Canadian Club Whisky. Dieses Verfahren stellt sicher, so Hiram Walker, dass aus jeder Getreideart das Bestmöglichste herausgeholt wird.  Nach frühestens drei Jahren wird der Whisky abgefüllt. Die Fässer aus amerikanischer Weißeiche geben dem Canadian Club seinen feinen, aber nicht zu aufdringlichen Eichengeschmack.

Erwähnenswerte Abfüllungen

Es gibt verschiedene Abfüllungen des Canadian Club. Jede wird nach einem eigenen Rezept gemischt, sodass immer wieder ein neuer Geschmack entsteht. Neben dem berühmtesten und meistverkauftesten Canadian Whisky, dem Canadian Club 1858, der immer noch wie zu Zeiten von Hiram Walker produziert wird, sind vor allem der 12-jährige Canadian Club Small Batch und der Canadian Club Small Batch Sherry Cask interessant.

Der 1858-er ist sehr weich und hat eine frische, angenehme Süße, die mit einem Vanillearoma und dem feinen Hauch der Eiche abgerundet wird. Der 12 Jahre lang gereifte Canadian Club Classic in der Small Batch reift in ausgekohlten Eichenfässern. Er ist sehr ausgewogen, hat einen tollen Geschmack nach Honig, Früchten und Vanille und wird mit einer perfekten Würze sehr komplex.

Der Sherry Cask von Canadian Club ist eine besondere Abfüllung, mit der Kanada zeigt, dass Canadian Whisky auch pur getrunken werden kann und nicht nur für Cocktails taugt. Es werden nur sehr geringe Mengen der feinsten Mischungen des Canadian Clubs verwendet, die mindestens acht Jahre in Weißeichenfässern gelagert werden, bevor sie in Fino-Sherryfässern aus Jerez, Spanien, doppelt gereift werden. Der Geschmack ist voll von Feigen, Sultaninen und Datteln mit leichten Noten von Vanille, verkohlter Eiche und gerösteten Körnern. Alles wunderbar vereint mit einem Hauch von Sherry. Es lohnt sich, diesen einmal zu probieren.

Crown Royal

Nachdem wir den weltweit meistverkauften Canadian Whisky vorgestellt haben, folgt nun der kanadische Whisky, der in den USA am häufigsten getrunken wird – der Crown Royal. Den Crown Royal kreierte der Direktor von Seagram´s, Sam Bronfman, als Königin Elisabeth und König George VI. in Kanada zu Gast waren. Daher nicht nur der Name, sondern auch die Flaschenform, die einer Krone ähnelt. Dieser Whisky war bis ins Jahr 1964 ausschließlich in Kanada erhältlich. Nun kommt man aber weltweit in den Genuss des Crown Royal, der im Samtbeutel geliefert wird. Auch dieser Canadian Whisky ist weich und hat eine angenehme Süße.

Die Marke Crown Royal ist heute im Besitz von Diageo. In der Brennerei Gimli in Mantoba am Ufer des Winnipeg werden verschiedene Versionen des Crown Royal gebrannt. Im Jahr 1992 wurde zum Beispiel der Crown Royal Special Reserve eingeführt und erhielt einen Preis für den besten jungen Whisky. Im Jahr 2008 erhielt der Special Reserve eine Neuauflage. Eine Besonderheit ist der Crown Royal XR, der nur in nummerierten Flaschen verkauft wird. Er ist eine komplexe Komposition aus Roggen, reifen Früchten und dem typischen Holz der kanadischen Whiskys.

Black Velvet

Ein weiterer sehr bekannter und beliebter Canadian Whisky ist der Black Velvet. Ursprünglich war er unter dem Namen Black Label bekannt, wurde aber in den 1940er Jahren umbenannt. Wahrscheinlich, weil Black Label nicht so gut zu seinem seidigen und gefälligen Geschmack passte. Der Black Velvet wird vor allem für Mixgetränke gern verwendet und eher nicht pur getrunken. Der Black Velvet wurde einst in der berühmten Schenley Destillery in Quebec produziert. Seit den 1960er Jahren wurde die Marke vor allem mit Frauen in Szene gesetzt. Heute gehört die Marke zu Constellation Brands und wird in Alberta in der Black Velvet Destillerie produziert.  Zu den Whiskys der Black Velvet Gruppe gehören außerdem der Red und Golden Velvet, der Royal Velvet, der McMasters und der Regal.

Forty Creek

Der Forty Creek stammt aus der ehemaligen Kittling Ridge Brennerei. Dieser kanadische Whisky kann auf keine lange Tradition zurückblicken und ist auch nicht sehr bekannt. Aber seine Abfüllungen sind qualitativ äußerst hochwertig und der Forty Creek kommt stets nur in limitierter Auflage auf den Markt. Es wird neben Whisky auch noch Rum, Likör, Wodka und Brandy hergestellt und vieles ist hier noch Handarbeit. Die Destille in Grimsly unweit der Niagara-Fälle gehört heute zu Campari. Der Whisky wird traditionell in Kupferkesseln gebrannt und ähnelt einem amerikanischen Bourbon. Es gibt auch Forty Creeks mit Sherry Finishing, die Süße und Holzigkeit miteinander kombinieren.

Kanadischer Single Malt Whisky in zwei Gläsern

Glenora -der Kanadische Single Malt aus Neuschottland

Der Glenora wird in einer Umgebung gebrannt, die schottischer gar nicht sein könnte. Ein wunderschönes Tal, umsäumt von Bergen, Wiesen und Wäldern – das ist Neuschottland und im Speziellen die Landschaft, in der die Brennerei in Glenville auf Cape Breton Island steht. Der kanadische Geschäftsmann Bruce Jardine errichtete hier eine Brennerei ganz im schottischen Stil. Seine Mitarbeiter wurden von Bowmore ausgebildet und im Jahr 1990 floss der erste Whisky durch die Brennblasen. Leider hielt die Euphorie nur bis zum Dezember an, dann ging das Geld aus. Im Jahr darauf konnte Jardine nochmal Geld auftreiben und die Produktion ging weiter. Aber wieder nur für eine kurze Zeit. 1993 schloss die Destille im Idyll die Pforten. Seit 1995 gehört sie Lauchie McLean und es wird feinster Single Malt hergestellt.

Der Single Malt aus Kanada wird in schottischen Pot Stills destilliert und zeigt einen Hauch Heidekraut in der Nase. Auch sonst kommt er wahrlich schottisch daher. Honigsüß, mit Butterscotch und etwas Ingwer überzeugt der kanadische Single Malt mit einer Cremigkeit und einer leichten Rauchnote. Den müssen Sie unbedingt probieren!

Wie Sie gesehen haben, gibt es in Kanada durchaus vorzeigbare Whiskys, die sich nicht in Mixgetränken verstecken müssen. Gerade die qualitativ sehr hochwertigen wie der Forty Creek Barrel Select gewinnen Preise und Auszeichnungen. Mag sein, dass uns hier in den nächsten Jahren noch einiges erwartet. Das Whiskyland Kanada ist es auf jeden Fall wert, einmal entdeckt zu werden. Auch bei uns im Whisky-Fox-Shop haben wir einige der bekannten Canadian Whiskys für Sie zusammengestellt. Schauen Sie doch gleich einmal vorbei und erwärmen Sie Ihr Herz für einen Kanadier.

5 (100%) 2 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.